| bei einer kambodschanischen Hochzeit |
Unglaublich, dass seit unserem letzten Blogeintrag schon wieder zwei Monate vorbei sind, haben wir doch das Gefühl, noch immer an den gleichen Dingen zu arbeiten. :) Das liegt wohl daran, dass Beziehungen nicht wie eine Aufgabe erledigt und abgehakt werden können, daran, dass wir so viele neue Beziehungen haben und dass wir durch die extreme Hitze gerade einfach weniger Kraft haben.
Doch wenn wir genauer
zurückschauen, gibt es viele Gründe zum Danken. Unsere Vermieter waren
bei uns zum Essen und auch sonst haben wir guten Kontakt zu ihnen. Sie mögen
uns sehr. Mit vielen unserer Nachbarinnen hat Hanna guten Kontakt. Die
Sympathie füreinander ist da.
| Beim Spielen und Essen mit den Nachbarskindern |
Auch im Projekt Bridge of
Hope wachsen Beziehungen stetig. Danilo aß einmal pro Woche mit den Männern,
die im Projekt angestellt sind, zu Mittag. Obwohl er nicht viel mit ihnen reden
kann und nicht viel versteht, wird er in ihrem Kreis herzlich aufgenommen. Seit
Anfang Mai spielen sie nun einmal pro Woche Fußball miteinander. Auch Hanna hat
schon mit vielen weiblichen Angestellten geredet und mehr von ihren Lebensgeschichten
erfahren. Besonders hilfreich war ein Ausflug der Frauen ins Freibad mit Zeit
zum Reden.
Und doch finden wir es
anstrengend Beziehungen im Projekt aufzubauen. Alle sprechen Khmer, sind
beschäftigt mit ihren Aufgaben und kennen sich schon lange. Den Mut
aufzubringen vor vielen in der Gruppe zu reden und dann auch zu wissen, was man
sagen könnte, kostet Kraft.
Die Projektleiterin Valeria aus Brasilien leitet das Projekt seit dem Start hier in Siem Reap vor über vier Jahren allein. Wir arbeiten daran uns besser kennenzulernen – besonders die Persönlichkeit, Stärken, Schwächen und den Arbeitsstil des anderen – um harmonisch miteinander arbeiten zu können.
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| (fast) alle derzeitigen Mitarbeiter von Bridge of Hope |
Die Projektleiterin Valeria aus Brasilien leitet das Projekt seit dem Start hier in Siem Reap vor über vier Jahren allein. Wir arbeiten daran uns besser kennenzulernen – besonders die Persönlichkeit, Stärken, Schwächen und den Arbeitsstil des anderen – um harmonisch miteinander arbeiten zu können.
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| Valeria und wir |
Ein kambodschanisches Management-Team fängt nun an sich monatlich zu treffen, um Schritt für Schritt die Projektleitung zu übernehmen, denn Valeria wird Ende diesen Jahres für ein Jahr nach Brasilien zurückgehen. Geplant ist, dass unsere Aufgabe dann vor allem in der Kommunikation zum Freundes- und Unterstützerkreis im Ausland und zum WEC-Kambodscha-Team liegt.
Unser Team wurde
für sieben Wochen von einer Familie aus den Niederlanden verstärkt, was eine
schöne Abwechslung war, denn auch sie waren, wie wir neu in Siem Reap. Unsere
anderen drei ausländischen Teamkollegen sind schon lange in Kambodscha und
schon einige Jahre in Siem Reap. Sie haben bereits ein stabiles Beziehungsnetz
und einen ausgefüllten Zeitplan. Wir schätzen es aber sehr, dass sie sich Zeit
für uns nehmen, wenn wir es brauchen.
In der kambodschanischen Kirche, die wir besuchen, hat Danilo zwei
Jugendliche, die sich sehr gerne mit ihm unterhalten. Für Hanna ist es anstrengend
immer wieder neu auf Leute zuzugehen und Gespräche zu beginnen. Auch dort
kennen sich viele schon länger und andere sind es nicht gewöhnt mit Ausländern
zu reden.
Alles in allem heißt es einfach
dran zu bleiben, präsent zu sein, sich nicht entmutigen zu lassen, wenn Kambodschaner
ganz anders reagieren, als man es erwartet hätte, das Gefühl der Einsamkeit zu
ertragen und weiter zu machen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir erst etwas
mehr als ein Jahr in Kambodscha sind und noch viel über Sprache und Kultur
lernen müssen.
Mehr und mehr wird nun auch
klar, welche Aufgaben wir im Projekt übernehmen. Derzeit planen
wir, uns demnächst dem Bridge of Hope-Team offiziell auf Khmer vorzustellen und
zu erklären, welche Aufgaben wir übernehmen (werden). Das wird sicher auch für
die Beziehungen zu ihnen hilfreich sein, wenn sie uns besser einordnen können.
In den letzten Wochen hat sich Danilo
noch mehr in die Buchhaltung eingearbeitet, war mit unserem kambodschanischen
Mitarbeiter bei einem zweitägigen Treffen unserer Dachorganisation und zusammen
haben wir Dankeskarten und einen Freundesbrief für die Unterstützer von Bridge
of Hope geschrieben und verschickt. Hanna hat Unmengen an Fotos sortiert, neue
geschossen und damit die Facebook-Seite (https://www.facebook.com/pages/Bridge-of-Hope-
Cambodia/) gefüttert. Außerdem haben
wir der Praktikanten-Familie geholfen beim Einleben, Hanna hat zwei Mal, als
niemand anderes helfen konnte, deren Englischunterricht in Khmer übersetzt und
dann haben wir sie wieder verabschiedet.
Ja, es geht voran und wir
bekommen einen immer besseren Einblick in das Projekt, aber auch in das, was
die Mitarbeiter bewegt.
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| Danilo beim Arbeiten im Büro mit dem kamb. Angestellten |
Zukünftig wollen wir ein Programm
für Teenager starten, die im Sommer aus der Bridge of Hope-Schule ausscheiden.
Dafür brauchen wir ein Team mit zwei bis drei Kambodschanern. Das Programm
sollte so schnell wie möglich starten, da es gut wäre, wenn die Gruppe vor dem
Sommer bereits etabliert wäre und die Teenager dadurch auch nach dem Sommer weiterhin
zur Gruppe kommen. Auch das ist etwas, woran wir mit der Valeria in den letzten
zwei Monaten gearbeitet haben.
Hanna hatte bisher leider wenig
Zeit sich dem Bereich Physiotherapie zu widmen und hatte erst zwei
Treffen mit zwei verschiedenen Organisationen. Aber in den kommenden Wochen
sind weitere Treffen geplant.
Im Bereich Sprach- und
Kulturstudium geht es auch voran. Wir lernen fleißig halbtags Sprache,
machen Hausaufgaben, stellen Fragen,… Des Weiteren sind wir vor ein paar Wochen
in den Teil des Landes gefahren, wo sich die Roten Khmer noch bis 1998 versteckt
hatten und haben Pol Pots (Leiter der Roten Khmer) Grab besucht.
| Pol Pots Grab |
Und wie sieht es zu unseren Beziehungen nach Hause aus?
Wir sind sehr dankbar, dass
manche von euch sehr regelmäßig schreiben! Wir sind schon mehr als ein Jahr
weg. Da kann man in Vergessenheit geraten, aber uns interessiert es zu hören,
was euch bewegt, was sich in eurem Umfeld und eurem Freundeskreis tut und was
die Deutschen bewegt.
Ja, ihr seht die letzten Wochen
waren ereignisreich und auch die kommenden werden nicht langweiliger. :)
Liebe Grüße aus Kambodscha,
Danilo & Hanna



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