Donnerstag, 10. Juli 2014

Es hat gerappelt in der Kiste...


...seitdem wir das letzte Mal geschrieben haben! 
Es hat sich sehr viel getan.
Die neueste Entwicklung ist der Start einer Jugendgruppe. Seit vier Wochen treffen wir uns einmal pro Woche mit ca. 10 Jugendlichen. Sie gehen alle in die Kirche, in die wir auch gehen. Bis jetzt gab es dort kein Programm für sie. Wir hatten auch schon in Deutschland ehrenamtlich in unserer Kirche in diesem Bereich geholfen. Diese Gruppe soll ein Ort werden, wo sich die Jugendlichen ausprobieren und ihre Gaben entdecken können, sodass wir miteinander und voneinander lernen. Wir hoffen, dass diese Gruppe ganz eng zusammen wächst und tiefe Freundschaften entstehen.

Gemütliches Zusammensein mit den Jugendlichen

Danilos Kontakte zu den zwei männlichen Angestellten im Büro vertiefen sich. Sie genießen es miteinander Zeit zu verbringen und waren auch schon einmal zum Frühstück bei uns. Sie erzählen gerne von sich, von ihren Ideen und ihren Fragen. Einer von ihnen möchte nun ein Fußballprojekt für die älteren Jungs bei Bridge of Hope starten und Danilo bespricht die praktischen Schritte mit ihm.

Auch Hanna hat die Begleitung einer Angestellten übernommen, die für den Teens-Club im Projekt zuständig ist. Die Angestellte hat in den letzten Jahren einige Schulungen und Weiterbildungen besucht und braucht nun Begleitung, wie sie die drei Angestellten, die mit ihr zusammenarbeiten, gut leiten kann. Außerdem geht es auch darum, noch besser herauszuarbeiten, wie die Teens das Gelernte noch praktischer in den Alltag übertragen können. Das hilft Hanna noch mehr zu verstehen, wie Lehren und Lernen in Kambodscha funktioniert und wird ihr helfen später Physiotherapeuten erfolgreich Lehren zu können.
Des Weiteren hat Hanna nun viele Physiotherapeuten und Projekte getroffen, die mit behinderten Kindern in Siem Reap arbeiten. Wir planen, dass sie ab September einen halben Tag in der Woche kambodschanische Physiotherapeuten treffen wird. Mit ihnen möchte sie Kinder besuchen, bei deren Therapie sie Rat brauchen und schaut, wie sie ihnen helfen kann. Außerdem behandelt sie gerade einen Jungen im Projekt, der bei einem Verkehrsunfall sein Bein gebrochen hat.

Hanna besuchte mit einer Khmer-Physio
ein behindertes Kind in einem Dorf

Auch Beziehungen zu anderen Ausländern in unserem Alter hier sind entstanden. Wir hoffen, dass sich tiefe Freundschaften entwickeln.


Entspannte Zeit mit anderen Ausländern

Bei Bridge of Hope haben uns in letzter Zeit viele Dinge beschäftigt gehalten, wie das Erarbeiten und Umsetzten eines Konzeptes für Familienpatenschaften. Wir hoffen, dass dies dazu beiträgt, dass das Projekt dieses Jahr mit schwarzen Zahlen abschließt. Mehr dazu werdet ihr im September von uns erfahren, wenn der Startschuss dafür fallen soll.

Außerdem haben wir an Videos in vielen Sprachen gearbeitet, Einsätze von Kurzzeitteams vorbereitet und weiterhin die Beziehungen zu (potentiellen) Spendern gepflegt, via Facebook informiert und Danilo hat eine ganze Menge im Bereich Finanzbuchhaltung dazugelernt. Hanna hat einer Mitarbeiterin in ihrer Freizeit gezeigt, wie man Filme macht, wofür sie mit Hanna lesen übte.


Uns bewegen viele Geschichten, die wir hier im Projekt mitbekommen. Der Schüler, mit dem Hanna Physiotherapie macht, lebt in einem sehr instabilen Elternhaus. Wenn sich die Eltern mal wieder streiten, muss er für sie arbeiten gehen oder auf die jüngeren Geschwister aufpassen und kann nicht zur Schule gehen. Dieser 14-jährige, äußerlich noch ein kleiner Kerl, hat als ältester von sechs Geschwistern viel zu tragen.

Eine Angestellte lebte mit ihren Großeltern zusammen. Dabei gab es ständig Konflikte. Es war eine sehr schwere Situation für sie. Nun konnte sie ausziehen und eine kleine Blechhütte mieten, allerdings sind die Lebensumstände auch dort weit entfernt von optimal.

Außerdem sind viele Mitarbeiter, Kinder und Eltern krank. In dieser Gesellschaft, wo es keine Krankenversicherung etc. gibt, kann diese große Not manchmal echt überwältigend sein.


Ein Regenbogen nach einem Regenschauer
vor unserem Fenster - ein Zeichen der Hoffnung
 

Im Bereich Sprachstudium geht es weiterhin Schritt für Schritt voran. Allerdings sind diese Schritte bei Danilo immer noch sehr klein und er ist häufig frustriert.

Wir haben uns den Mitarbeitern im Projekt etwas ausführlicher vorgestellt. Hier könnt ihr euch Ausschnitte davon ansehen: http://youtu.be/LVWZ1ZK3bhY

Im Jugendprogramm übernehmen wir immer einen Teil des Programmes, auch um unser Khmer vor der Gruppe zu praktizieren. Sie sind geduldig, versuchen uns zu verstehen und helfen uns.
Im Alltag haben wir also permanent die Möglichkeit neue Wörter zu lernen.

Mit unserem Lehrer lernen wir gerade über die Lebensstationen eines Khmer und wann aus welchem Grund welche Rituale gemacht werden (z.B. nach der Geburt, beim Eintritt ins Erwachsenenalter, bei schwerer Krankheit, usw.). Das gibt uns einen guten Einblick in die Lebens- und Denkweise der Khmer.

Beim Besuch unserer Gastfamilie lernt Hanna unserem „Bruder“
einige Grundkenntnisse zum Thema Gitarren-Begleitung

Auch ganz nebenbei gibt es im Alltag immer wieder Neues zu lernen. Ein Haus in unserer Nachbarschaft hat letztens in der größten Hitze-phase gebrannt: http://youtu.be/o_JeHsmMqSU. Es war gut zu sehen, wie jeder kam, um zu helfen und wie gut die Feuerwehr mit dem Brand umgegangen ist. Leider war das Haus nicht mehr zu retten. Es musste komplett abgerissen werden, doch die Nachbarhäuser sind alle unversehrt geblieben und niemand wurde verletzt. 
 
An manche Dinge können wir uns aber immer noch nicht gewöhnen, wie zum Beispiel das Verbrennen von Müll vor unserem Haus (http://youtu.be/XPa9czW8M_M), hochgiftige Besucher (http://youtu.be/6MmOirm7tf8) und furchtbare Musik zu Beerdigungen, die vom Sonnenaufgang (5 Uhr) bis zum Sonnenuntergang (18:30 Uhr) nonstop, furchtbar laut und meist drei Tage lang gespielt wird (http://youtu.be/uXMn4ymkujs). Ach ja… und dass sechs von unseren acht Nachbarn im Haus schon wieder ausgezogen und neue eingezogen sind. 

Nichts desto trotz freuen wir uns so viele positive Dinge mit euch teilen zu können.
Ihr seid mit uns durch schwierige Zeiten gegangen. Nun ist es Zeit zu feiern und dankbar zu sein.


Ja, auch wir sind im WM-Fieber, wenn auch zu sehr unmenschlichen Zeiten :)

Wir wünschen euch einen schönen und erholsamen Sommer und melden uns dann wieder im September! :)


Liebe Grüße,
Danilo & Hanna

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