Freitag, 20. März 2026

Besuche, Umzug und Physiotherapie-Einsatz


Die Zeit rast dahin. In drei Monaten werden wir bereits in Deutschland sein. Wir sind dankbar für alles, was wir in den letzten Wochen erlebt und geschafft haben.

Gott sei Dank wird die Waffenruhe zwischen Thailand und Kambodscha einigermaßen eingehalten. Es gibt immer wieder kleine, lokale Kämpfe, aber alles in allem ist es in den letzten Wochen ruhig geblieben. 70.000 Kambodschaner können nicht in ihre Dörfer zurückkehren, weil sie von Thailand besetzt sind und teilweise dem Erdboden gleich gemacht wurden. Außerdem müssen viele Minen und nicht explodierte Bomben geräumt werden. Wir haben eine Freundin, die während der Corona-Zeit alles verloren hat und an der thailändischen Grenze neu begonnen hat. Nun, nach fünf Jahren, hat sie durch den Krieg wieder alles verloren, ist zurück in Siem Reap und baut sich hier nun wieder eine ganz einfache Hütte.

Mittlerweile konnten wir den ersten Ehekurs abschließen. Es war ermutigend von den einzelnen Paaren zu hören, was sie gelernt haben und was sie umsetzen wollen. Manche von ihnen fanden den Kurs so bereichernd, dass sie sich für weitere Kurse zu anderen Themen bei einer Freundin von uns angemeldet haben.
Seit Mitte Januar leiten wir einen zweiten Kurs in einem Dorf ca. 45 Minuten entfernt von Siem Reap. Dort hat PCL (People for Care and Learning) mehrere Projekte. Manche Teilnehmer haben Hochschulabschlüsse und sprechen sehr gutes Englisch, andere konnten nur ein paar Jahre die Schule besuchen. So ist es eine bunt gemischte Gruppe, die sich schon lange kennt. Es ist schön zu sehen, wie immer mehr Teilnehmer ehrlich erzählen und tiefe Fragen stellen. Es begeistert uns, sie zu unterstützen und motivieren zu können in ihre Ehen zu investieren und sie auch auszurüsten, denen zu helfen, die bei ihnen um Rat fragen.
 
Abschluss des ersten Ehekurses
 
Der zweite Ehekurs im Dorf
 
Anfang Februar fuhr Hanna wieder nach Phnom Penh, um ihre Coaching-Ausbildung abzuschließen. Sie versucht sich nun zwei- bis dreimal im Monat Zeit zu nehmen, um das Gelernte anzuwenden und jemanden zu coachen. Wenn ihr selbst auch gerne Coaching in Anspruch nehmen möchtet oder jemanden kennt, der davon profitieren würde, dann meldet euch gerne. Ein Coach unterstützt seinen Coachee unter anderem dabei, sich besser kennenzulernen, gute Entscheidungen zu treffen oder sein Potenzial zu entfalten.
 
Dann zogen wir in eine möblierte Wohnung um. Wir waren sehr dankbar, dass wir im Vorfeld alles verkaufen und weggeben konnten, was wir loswerden wollten. So haben wir unseren Hausstand auf ein Minimum reduziert und freuen uns, dass uns dieser Stressfaktor nicht in unseren letzten Wochen in Kambodscha belasten wird. Dadurch erhoffen wir uns, dass wir uns vor der Abreise darauf fokussieren können, uns hier gut und angemessen zu verabschieden.
Obwohl unsere neue Wohnung alles andere als unsere erste Wahl war und einiges schief lief, sind wir doch dankbar, wie schnell der Umzug gemeistert und das alte Haus leer war. Wir konnten es an einen dankbaren Vermieter zurückgeben, weil es bei der Übergabe sauber und ordentlich war – was für uns eine Selbstverständlichkeit ist, ist hier eher eine Seltenheit. Nun wohnen wir im 4. Stock direkt neben Taiwanesen, die auch zwei kleine Kinder haben.
Direkt nach unserem Umzug ist es dann richtig heiß geworden. Wie dankbar sind wir, dass es beim Umzug noch kühler war und wir nun einen kalten Pool im Wohnblock haben, den wir mit benutzen können. Dankbar sind wir auch, dass unsere Kinder die neue, kleine Wohnung genießen und dem alten Haus nicht sehr nachtrauern. Sie haben gleich gesagt, dass es sich anfühlt, als wären wir in einer Ferienwohnung im Urlaub. 😄 
 
Ende Februar sind wir dann als ganze Familie in den Nordosten zu unserem letzten Physiotherapieeinsatz gefahren. Hanna hat viele Patienten zum letzten Mal besucht, aber auch manche zum ersten Mal behandelt. Sie konnte zwei Gehwägen mitbringen und sie Kindern mit Behinderung übergeben. Außerdem konnte sie vier Patienten treffen, die einen Rollstuhl brauchen. Ganz eindrücklich war das Treffen mit einem jungen Mann, der vor fünf Jahren von der Treppe gestürzt und seitdem Querschnittgelähmt ist. Er verbringt seine Tage untätig in der Hängematte, hat aber total viel Potential wieder stehen und laufen zu lernen. Er hat nun einen Rollstuhl bekommen und ist damit gleich erstmal zum Friseur gefahren. Nun will Hanna ihm auch bald eine Gehbank schicken. 
 
 
Der Pastor unserer Kirche in Kirchheim/Teck Günter und seine Frau Katrin landeten in Siem Reap, als wir schon im Nordosten unterwegs waren. Sie reisten uns mit dem Bus hinterher und verbrachten den zweiten Teil des Physiotherapieeinsatzes mit uns. Hanna war dankbar, dass Günter auf einer schwierigen Strecke während einem Einsatz das Auto fahren konnte. An diesem Tag hatten wir sehr ermutigende Begegnungen, aber der Nachmittag war leider sehr kräftezehrend. Dass Günter und Katrin dabei waren, war eine große Unterstützung, Ermutigung und Hilfe. Nach unserer Rückkehr aus dem Nordosten, konnten sie noch ein paar Tage an unserem Leben in Siem Reap Anteil nehmen. 
 
mit Günter & Katrin unterwegs
 
Zwischen Ende Januar und Anfang März besuchten uns außerdem noch Hannas Brüder Micha mit Familie und Noah, eine Frau, die darüber nachdenkt, zukünftig in Kambodscha zu arbeiten, eine ehemalige Arbeitskollegin von Hanna und gute, alte Freunde aus England. Es war schön mit allen Besuchern Zeit zu verbringen, auch wenn wir uns für jeden gern mehr Zeit genommen hätten. Trotzdem sind wir sehr dankbar für jede einzelne Begegnung. Es ist schön zu wissen, dass Familie und Freunde in unsere Heimat hier eingetaucht sind und sie nun noch besser nachvollziehen können, wie unser Leben hier aussieht und wie es sich anfühlt.
 
Im März und April wird Danilo nun vermehrt seine Verwaltungsaufgaben an die Leiterin des Administrations- und Finanzbereichs von PCL übergeben. Sie wird beispielweise das erste Mal den monatlichen Finanzbericht für den Vorstand in den USA erstellen und die vierteljährlichen Bonuszahlungen für leitende Mitarbeiter vorbereiten.  
 
Schreibt uns gerne wie es euch geht, wie euer Winter war und was im Frühling bei euch so ansteht! Wir freuen uns von euch zu lesen oder eine Sprachnachricht zu hören. 
 
Herzliche Grüße,
Hanna & Danilo, mit Zoe, Mia & Lena
 

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