Samstag, 17. Januar 2026

Ein neues Jahr

 
 
Ein neues Jahr mit viel Neuem liegt vor uns. Wir sind sehr gespannt auf alles, was kommen wird und besonders wie wir mit allen Veränderungen zurecht kommen werden.
 
Als im Dezember Kambodscha von Thailand angegriffen und ohne Erbarmen bombardiert und beschossen wurde, war das schwer zu glauben. Kambodscha hatte dem wenig entgegenzusetzen. Viele Familien mussten aus den Grenzgebieten fliehen. Überall sah und hörte man Beerdigungen von kambodschanischen Soldaten. Mehr als 600.000 Menschen waren auf der Flucht. Wir waren unglaublich dankbar, dass gleich viel finanzielle Unterstützung aus der ganzen Welt von PCL-Unterstützern ankam und PCL (die Organisation für die Danilo arbeitet) schnell beginnen konnte, im großen Stil Essenspakete in Flüchtlingslager zu bringen. Wir als Familie haben ein paar Mal geholfen hier in Siem Reap die Pakete zu packen. Es ist erschreckend zu sehen, wie schnell eine große Anzahl an Menschen leiden muss, weil ein paar wenige mächtige Menschen egoistische Entscheidungen treffen. Es war schon etwas beängstigend, als auch Bomben ca. 60km von Siem Reap entfernt abgeworfen wurden.  
 
Seit Ende Dezember gilt nun eine Waffenruhe und 18 kambodschanische Soldaten wurden von Thailand nach 155-tägiger Gefangenschaft frei gelassen. Thailand hält aber kambodschanisches Territorium besetzt und ist auch während der Waffenruhe weiter vorgerückt, sodass derzeit mehr als 150.000 Menschen nicht nach Hause zurückkehren können. Wir persönlich kennen Familien vom Norden Kambodschas, wo Hanna Physiotherapieeinsätze gemacht hat, die nicht zurückkehren können. Eine Lösung zu finden, die für beide Seiten annehmbar und gerecht wäre, ist praktisch unmöglich und Kambodscha, als die schwächere Konfliktpartei ohne internationale Lobby, wird wohl als Verlierer vom Platz gehen. Sie werden sicher Gebiete verlieren. Der Hass und die Wut auf Thailand, ist bereits jetzt überall zu spüren und wird sich in den Herzen der Kambodschaner weiter verstärken. 
 

Danilo ist dankbar, dass das PCL Kambodscha-Budget für 2026 rechtzeitig fertiggestellt und auch vom Vorstand in den USA bewilligt wurde. Ende des Jahres war er nun voll damit beschäftigt Änderungen vorzubereiten, dass ab 2026 die Finanzverwaltung einfacher wird und er seine Aufgaben besser übergeben kann.

Hanna hat durch den Ehekurs und ihre Coachingfortbildung nur wenige physiotherapeutische Einstätze machen können, besucht aber weiterhin einen Kambodschaner mit Behinderung regelmäßig und hat auch andere gewinnen können, die ihn regelmäßig besuchen. Er ist teilweise so schwach und krank, dass er nicht mehr reden kann. Er braucht viel Ermutigung.
Ganz besonders war für Hanna, dass eine australische Familie nach Siem Reap gezogen ist, die eine 13-jährige Tochter mit Behinderung haben. Sie befindet sich auf dem Entwicklungsstand einer 2-jährigen. Der Papa kümmert sich um sie, während die Mama an Zoe und Mias Schule arbeitet. Hanna konnte mit dem Papa und der Tochter einen gleichaltrigen Jungen mit Autismus besuchen, der den ganzen Tag gelangweilt zu Hause ist. Das hat Hanna sich schon lange gewünscht – eine ausländische Familie, an der Kambodschaner sehen können, dass auch in weiter entwickelten Ländern, Menschen mit Behinderung nicht geheilt werden können und dass es auch für ausländische Eltern herausfordernd ist, ein Kind mit Behinderung groß zu ziehen.
Außerdem konnte Hanna einem Flüchtling mit Schlaganfall helfen, einen Rollstuhl zu bekommen und hat zwei Gehwägen für Kinder in der nordöstlichsten Provinz Ratanakiri organisieren können. Hanna besuchte auch mehrmals Flüchtlinge, die sie schon länger kennt und die vorübergehend in Siem Reap Zuflucht gefunden haben und und ermutigte sie. Einmal hatte sie Zoe, Mia und Lena dabei. Es war gut für die Mädels zu sehen, was es bedeutet aus der Heimat fliehen zu müssen und unter welchen primitiven Umständen sie vorübergehend im Flüchtlingslager wohnen müssen.

Der Ehekurs ist nun vollständig auf Khmer übersetzt und die ersten Kapitel werden nachbearbeitet mit den Veränderungen, die wir während dem ersten Kurs vorgenommen haben. Dieser hat nun schon Halbzeit. Durch den Konflikt mit Thailand haben wir den Kurs im Dezember pausiert, denn die Teilnehmer hatten weder die Zeit noch die Nerven dazu, die Themen durchzuarbeiten und zu den Treffen zu kommen. Viele haben Bekannte und Familie in den betroffenen Gebieten, um die sie sich gesorgt oder die sie vorübergehend bei sich aufgenommen haben. Trotzdem hoffen wir den Kurs im Februar abschließen zu können. 
Mitte Januar haben wir nun einen zweite Kurs in einem Dorf 45 Minuten entfernt von Siem Reap begonnen, wo PCL verschiedene Projekte hat. Die PCL-Mitarbeiter, die dort arbeiten nehmen teil.

Hochzeit eines Paares aus unserem Ehekurs

Anfang Februar wollen wir in eine möblierte Wohnung umziehen und sind dankbar schon eine passende gefunden zu haben. Wir haben Gott sei Dank schon viele unserer Sachen verkaufen können, aber einiges möchten wir gerne noch loswerden.
Außerdem besuchen uns Hannas Brüder Micha und Noah, mit Michas Familie Ende Januar für zwei Wochen. Darauf freuen wir uns sehr!
Im Februar steht dann der Abschluss von Hannas Coachingausbildung an, der Umzug in die Wohnung und der Verkauf von den noch übrig gebliebenen Habseligkeiten, ein Besuch einer Frau, die überlegt sich zukünftig in Kambodscha zu investieren, ein letzter Physiotherapieeinsatz im Nordosten Kambodschas (21.02.-01.03.) und der Besuch unseres Pastors und seiner Frau aus unserer Kirche in Kirchheim/Teck.
Anfang März besucht uns dann ein langjähriger Freund, der aus der Schweiz kommt, aber in London lebt und wir werden nach Chiang Mai in Thailand fliegen, um an einer Schulung von unserem Arbeitgeber zum Thema Leiterschaft teilzunehmen.
Wenn man es so hintereinander aufschreibt und liest, was in den kommenden Wochen ansteht, könnte einem schwindelig werden. Aber wir werden einfach einen Schritt nach dem Nächsten setzen. 😊

Total dankbar sind wir auch, dass Zoe und Mia vor Weihnachten eine sehr gute Bewertung von ihren Lehrern bekommen haben und sie auch im Deutschunterricht gute Fortschritte machen. Trotz des Grenzkonfliktes und den großen, bevorstehenden Veränderungen sind sie meist fröhliche und entspannte Kinder. Dankbar sind wir auch, dass sie sich darauf freuen in eine Wohnung umzuziehen.
 

Wir wünschen euch ein gutes Jahr 2026 und freuen uns auch von euch zu hören! 
 
Herzliche Grüße,
Danilo & Hanna, mit Zoe, Mia & Lena
 

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