Donnerstag, 20. März 2025

Die heiße Zeit geht los


 
Mit einem Schlag ist es heiß geworden. Nachdem es viele Wochen sehr angenehm kühl war, haben wir nun schon ein paar Nächte mit Klimaanlage geschlafen. Wir können uns nicht erinnern, dass wir jemals schon Anfang März mit Klimaanlage geschlafen haben. Fahrten in die Dörfer zu medizinischen Einsätzen zehren nun viel mehr an den Kräften und Mopedfahrten auf Siem Reaps geteerten Straßen fühlen sich an, als würde man gegrillt werden.

Auch bei unserem Team hier in Siem Reap gibt es Veränderungen. Alan und Leanne sind für dreieinhalb Monate nach Australien in den Heimataufenthalt gegangen. Dafür ist eine koreanische Kurzmitarbeiterin, HaeEun, angekommen, die unsere Teamkollegin Jiyoung bei ihrer Arbeit (u.a. Schmuckherstellung mit benachteiligten Frauen) für sechs Monate unterstützt. Valeria, unsere brasilianische Teamkollegin, fuhr für einen Gesundheitscheck nach Bangkok und dort wurde festgestellt, dass sie eine große Operation braucht. Sie hat sich nun entschieden nach Brasilien zurückzukehren, da die Operation dort um ein Vielfaches günstiger durchgeführt werden kann und sie dann auch Unterstützung von ihrer Familie und Freunden hat. Diese überraschende Situation hat uns ein paar Tage ganz schön auf Trapp gehalten. Da zuerst angedacht war, die Operation gleich in Bangkok durchführen zu lassen, waren wir sehr dankbar, dass Jiyoung alles stehen und liegen gelassen hat und ganz kurzfristig nach Bangkok geflogen ist, um Valeria zu unterstützen.

Ein ganz besonderer Höhepunkt in den letzten zwei Monaten war der Besuch eines Leiters unserer Kirche in Sachsen mit seiner Familie. Mit fünf Kindern haben sie einen enormen logistischen Aufwand auf sich genommen. Das war mega-wertschätzend! Auch wenn die Zeit sehr kurz war und ultra-schnell verflogen ist, haben wir jede Minute mit ihnen genossen.
 
 
Außerdem haben uns gute Freunde von Hannas Bruder für zwei Wochen in Siem Reap beehrt, die mit ihrer Familie durch Kambodscha und Thailand gereist sind.
Hier nochmal eine explizite Einladung vorbei zu kommen. Für uns ist es immer wieder sehr ermutigend, Menschen aus unserer ersten Heimat, in unsere zweite Heimat mit hineinzunehmen. Sowohl Kambodscha als auch die Nachbarländer haben touristisch viel zu bieten. Das haben uns beide Familien auch wieder bestätigt.
 
Auch PCL (People for Care and Learning – Menschen für Fürsorge und Bildung) hatte für eine Woche Besuch aus den USA. Der gesamte Vorstand kam mit einem großen Team nach Kambodscha. Es wurden etliche neue Gebäude offiziell eingeweiht und der Spatenstich für ein neues Lernzentrum begangen. Außerdem wurden drei langjährige kambodschanische Bereichsleiter als Isaacs Stellvertreter eingesetzt – ein wichtiger Schritt in dem Bestreben, PCL Kambodscha mehr und mehr in einheimische Leitung zu übergeben. Wir sind froh, dass Isaac auch mitkommen konnte. Sie mussten ja als Familie schon Anfang Januar in die USA fliegen wegen Komplikationen in der Schwangerschaft. Gott sei Dank war die Situation stabil genug, dass er mit dem wichtigen Besuch einfliegen konnte. Nun steht die Geburt ihres zweiten Kindes unmittelbar bevor und damit auch Veränderungen in ihrem Familienleben. Sie planen im Mai nach Kambodscha zurückzukehren.
 
Hanna war im Januar und Februar viel in den Dörfern unterwegs, meist mit ihrer Schweizer Freundin Antonia und ihren zwei kambodschanischen Kollegen Lam & Ed. Sie genießen es als starkes Team zusammen zu arbeiten und sich gegenseitig zu ergänzen.
 
 
Im Oktober vergangenen Jahres hat uns der Pastor unserer Kirche hier vor Ort angefragt, ob wir uns vorstellen könnten, Teil des Leitungsteams zu werden. Nach längerem überlegen haben wir zugesagt. Wir schätzen unsere Kirche sehr und wollen gerne dazu beitragen, dass sie gute nächste Entwicklungsschritte macht. Die Leitungstreffen finden Sonntagnachmittags statt und unsere Kinder verbringen währenddessen Zeit mit den Kindern des Pastorenehepaars.
 
Die Elterngruppe der Kirche, die Hanna jeden Dienstagmorgen leitet, war in den letzten Monaten sehr geschrumpft. Nur Hanna und ihre Freundin kamen regelmäßig. Doch nun ist eine Familie aus Südafrika, eine englisch-kambodschanische Familie und eine alleinerziehende kambodschanische Mutter dazu gekommen. Alle sind sehr dankbar für diese Gruppe – die Väter genießen es, Zeit miteinander zu verbringen und ihren Söhnen zu helfen, gut mit den anderen Kindern zu spielen. Die Väter arbeiten nachmittags und abends und haben deshalb morgens Zeit dabei zu sein.
 
Nachdem in PCL viele Bauvorhaben vor dem Besuch des Vorstandes abgeschlossen wurden, wurde es für Danilo etwas ruhiger im Finanzbüro. So konnten wir den Eheworkshop wieder neu in den Blick nehmen und priorisieren. Wir sind dankbar, dass wir schon gut vorangekommen sind und hoffen, dass wir bis zum Deutschlandaufenthalt im Juni fertig werden, das Material dann schnell übersetzt und gedruckt wird, sodass wir in der zweiten Jahreshälfte wieder einen Workshop anbieten können.
 
Wir schauen zurück auf zwei sehr volle, aber sehr erfüllende Monate und sind gespannt, was in den nächsten Wochen passieren wird.

Herzliche Grüße,
Danilo & Hanna, mit Zoe, Mia & Lena

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