Freitag, 2. Februar 2024

Ein neues Jahr beginnt



Wenn wir auf das Jahr 2023 zurück schauen, sind wir einfach nur dankbar. Ja, es gab herausfordernde Zeiten und es war nicht immer einfach. Aber es ist unglaublich, wie viel wir erleben und tun durften.
 
Als Familie haben wir uns am Anfang des Jahres 2024 vorgenommen freundlicher miteinander zu reden und mehr Selbstbeherrschung zu haben, auch wenn wir wenig geschlafen haben und genervt voneinander sind. Hanna schreibt sich dazu morgens eine Erinnerung ins Handy und abends eine weitere, um den Tag zu reflektieren.
 
Dankbar sind wir auch, dass wir den Ehekurs gut abschließen konnten und dass die Teilnehmer sich viel Gutes davon mitgenommen haben. U.a. haben sich etliche Teilnehmer Ehe- und Erziehungsbücher gekauft, um auch nach dem Kurs weiter lernen zu können.
Wir sind gerade dabei herauszufinden, ob die Organisation, die das Kursmaterial herausgibt, daran interessiert ist, dass wir den Kurs überarbeiten, um ihn dann (hoffentlich) später im Jahr wieder anbieten zu können. Das Material ist schon über 20 Jahre alt und sowohl Beispiele als auch inhaltliche Dinge sollten aus unserer Sicht dringend überarbeitet werden.

Abschlusstreffen des Ehekurses

Total müde von den letzten Monaten, sind wir vor Weihnachten kurzfristig noch ein paar Tage in den Süden gefahren. Wir hatten eine schöne Zeit als Familie, jedoch waren die Nächte wieder sehr schlafarm, weshalb wir zu Weihnachten kräftemäßig einen Tiefpunkt erreicht hatten. Trotzdem durften wir schöne Zeiten mit unserer Kirche, unserem Team in Siem Reap und Freunden über Weihnachten haben.
Dem bevorstehenden Physiotherapieeinsatz blickten wir allerdings mit großer Bange entgegen. Wir waren übermüdet und mit erkälteten Kindern bestand wenig Hoffnung, dass die kommenden Nächte besser werden würden. 
Wie durch ein Wunder jedoch hatten wir auf der Fahrt Richtung Nordosten eine der bisher entspanntesten Autofahrten mit unseren Mädels. Wir sprachen tiefgründig mit Zoe und Mia darüber, warum wir diese Einsätze machen. Dadurch bekamen wir als gesamte Familie einen Motivationsschub. Wir bekamen neue Kraft, die Erkältung der Mädels wurde von Tag zu Tag besser und wir hatten eine wunderbare Zeit. Gott sei Dank!
Hanna traf einen jungen Mann, der vom Dach gefallen war und seitdem querschnittsgelähmt ist. Nach seinem Unfall ließ er seine Tochter und seine Frau bei ihren Eltern zurück, um wieder bei seinen Eltern zu leben, die mehr Zeit haben, um sich um ihn zu kümmern. Neben Physiotherapie konnte Hanna lange mit ihm reden und ihn ermutigen, dass sein Leben noch einen Sinn hat, dass er auf andere Weise seinen Lebensunterhalt verdienen und dass er trotz seiner Behinderung ein guter Vater und Ehemann sein kann.
Und dann waren natürlich all die Treffen mit den Patienten, die Hanna schon kennt und die treu die Übungen machen, die Hanna ihnen in der Vergangenheit gezeigt hat. Es ist eine große Freude zu sehen, dass trotz kleiner Investitionen von unserer Seite, Leben verändert werden.
Auch in diesem Jahr planen wir wieder mindestens vier Physiotherapieeinstätze zu machen. Darüber hinaus steht Hanna aus der Ferne für Konsultationen bereit und kümmert sich um Leute aus den Provinzen, die hier in Siem Reap zu Ärzten gehen müssen oder sich Hilfsmittel abholen.
 

Das Leben der Tochter einer Frau mit Schlaganfall, die Hanna hier in Siem Reap schon seit zwei Jahren besucht wurde auch verändert. Bisher arbeitete sie in einer Karaokebar, wo sie mit den Männern, die zum Karaoke singen kommen, Bier trank und sicher auch manchmal mit Männern danach zu einem Gästehaus ging, um ihren Körper zu verkaufen. Hanna ermutigt sie schon seit zwei Jahren eine andere Arbeit zu suchen, doch sie stimmte nie zu. Als das Geschäft immer schlechter lief und sie immer weniger verdiente, begann Jiyoung, unsere koreanische Teamkollegin, ihr zu lernen, wie man Ketten herstellt, die über PCL verkauft werden. Dafür bekommt sie im Monat ca. 45€ von PCL. Sie macht die Arbeit sehr gerne. Das erstaunliche ist, dass sie nach dem ersten Treffen erzählte, dass sie schon früher in einem koreanischen Restaurant gearbeitet hat und dass sie jetzt wieder herumgegangen ist, um Arbeit als Küchenhilfe zu finden. Und siehe da, Ende Dezember fand sie einen neuen Job, der ihr Spaß macht und ihr ein regelmäßiges Einkommen gibt.

Zwei weitere Wunder haben wir erlebt: Ein Paket mit einem wertvollen Weihnachtsgeschenk, ist nach zwei Monaten und vielen Gebeten doch noch bei uns angekommen. Außerdem hat Hanna ihr Handy verloren. Der Finder wollte es nicht zurückgeben, aber nachdem wir viele Leute um Gebet gebeten haben, konnten wir noch einmal mit ihm reden. Die Verwandten des Finders haben ihn dazu gebracht, uns das Handy zurückzugeben.

Für Danilo waren die vergangenen vier Monate sehr anstrengend. Die Einarbeitung in die neuen Aufgaben im Finanzbereich von PCL (People for Care and Learning – Menschen für Fürsorge und Bildung), parallel zum Ehekurs und allen anderen Aufgaben, hat viel Zeit und Energie gekostet. Der Jahreswechsel ist immer die stressigste Zeit für Leute, die in der Buchhaltung arbeiten, da das Finanzjahr abgeschlossen werden muss und das Neue startet. Notwendige Änderungen müssen veranlasst und steuerliche Aufgaben bearbeitet werden. Danilo ist sehr dankbar für das erfahrene Team, indem er arbeitet und dass auch sein Vorgänger, der nun wieder in Singapur lebt, weiterhin offen ist für Fragen und Hilfestellung.

Das Pastorenehepaar unserer Kirche hier vor Ort hat Hanna angefragt, ob sie bereit wäre eine wöchentlich stattfindende, zweisprachige (Englisch/Khmer) Eltern-Kleinkind-Gruppe zu starten. Hanna merkte, dass dies eine gute Möglichkeit ist, befreundete kambodschanische und internationale Mütter zusammenzubringen, um sich zu vernetzen und gegenseitig zu helfen. So startete dieses neue Treffen im Januar und bisher ist es eine toll gemischte Gruppe.

Derzeit besuchen uns Danilos jüngere Schwester mit Familie für sechs Wochen und wir genießen das alle sehr. Es ist so schön, Menschen aus der Heimat einen tiefen Einblick in unser Leben hier geben zu können und gemeinsam Dinge zu erleben. Unsere Mädels lieben es, ihren Cousins und Cousinen Alltägliches und Besonderes zu zeigen und viel Zeit zum Spielen zu haben. Danilos Schwager hilft außerdem handwerklich bei PCL mit und geht uns auch bei einigen praktischen Dingen zur Hand, wofür wir sehr dankbar sind. Mitte Februar dürfen wir noch eine Woche am Strand in Thailand miteinander verbringen, bevor sie zurück nach Deutschland fliegen.

Bei einer Wanderung zu einem Wasserfall

Was sind eure Pläne in diesem Jahr? Wir sind gespannt und freuen uns von euch zu hören!
 
Herzliche Grüße,
Hanna & Danilo, mit Zoe, Mia & Lena
 
Fotoshooting mit unserem Team bei Angkor Wat

 

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