Montag, 11. März 2019

Unsere ersten sechs Wochen in Kambodscha zu viert...



Wir sind erst seit anderthalb Monaten zurück und doch gibt es schon viel zu berichten.
Schon unsere Fahrt zum Flughafen in Prag war ein Abendteuer. Wegen einem plötzlichen, starken Wintereinbruch und einem dadurch bedingten Unfall, wurde die Autobahn gesperrt, die wir hätten fahren müssen. So mussten wir das Erzgebirge via Landstraße überqueren und auch dort sahen wir die Autos im Seitengraben liegen. Die Nerven waren ganz schön angespannt, aber Gott sei Dank schafften wir es gerade noch rechtzeitig und bewahrt zum Flughafen. Die Flüge verliefen gut. Unsere Kinder haben trotz zweimal umsteigen und hohem Fieber auf dem letzten Flug (Zoe) sehr gut mitgemacht. 

Die Straßenverhältnisse auf dem Weg zm Flughafen

Wir sind froh, dass wir hier herzlich willkommen geheißen wurden – von unseren kambodschanischen und ausländischen Freunden und von unseren Teamkollegen. Leider konnten wir noch nicht viel Zeit mit ihnen verbringen, denn Zoe findet es extrem anstrengend ständig neue Leute zu treffen. Dann weint sie viel und ist extrem schüchtern. Sie erinnert sich hier in Kambodscha an fast nichts, selbst ihre Spielsachen und früheren Spielgefährten sind neu für sie. Obwohl wir vorher viele Bilder und Videos angeschaut haben und sie sich sehr auf Kambodscha gefreut hat, war sie dann doch sehr unglücklich, weil wieder alles fremd für sie war. Nur mit unseren deutschen Freunden und deren Kindern fühlte sie sich sofort wohl. Auch Mia hatte mit der Umstellung zu kämpfen. Sie schlief tagsüber sehr wenig und abends hatte sie Probleme einzuschlafen. Außerdem zahnt sie seit mehreren Wochen und machte einen großen Entwicklungsschritt. Nun kann sie sich auf den Bauch drehen. 
In den ersten Tagen und Wochen mussten wir u.a. auch unsere Wohnung auf Vordermann bringen. Da wir ein weiteres Zimmer dazu gemietet haben und durch ein weiteres Familienmitglied, musste vieles umgeräumt, aussortiert, umgeschlichtet und natürlich geputzt werden. Nun freuen wir uns aber, dass wir wieder ein Zimmer für Gäste haben und dass die Kinder im neuen Wohnzimmer mehr Platz zum Spielen haben. 

Als wir dann nach zweieinhalb Wochen in Siem Reap nach Phnom Penh zu einem Treffen aller Mitarbeitenden von unserer Organisation in Kambodscha reisten, war Zoe trotz der erneuten Veränderung sehr glücklich. Sie genoss es im Hotel zu wohnen und mit den Kindern unserer Teamkollegen Zeit zu verbringen. Auch für uns waren die vier Tage als Team eine gute und ermutigende Zeit.
Als wir uns dann von unseren Teamkollegen verabschieden mussten und die schöne Zeit vorbei war, war das wieder sehr schwierig für Zoe.

Ein Gruppenbild aller Mitarbeitenden in Kambodscha

In Bridge of Hope (BOH) laufen die Dinge gut weiter. Da Danilo auch von Deutschland aus für BOH gearbeitet hat, gibt es nicht extrem viel aufzuarbeiten. Allerdings gab und gibt es in anderen Verantwortungsbereichen (Koordination von Kurzzeitmitarbeitern und Kinderschutz) viel zu tun. Darüber hinaus wird im März die BOH-Buchhalterin für drei Monate in Elternzeit gehen und Danilo wird ihre Aufgaben übernehmen. Das wird auch mehr Arbeit für ihn werden, jedoch würde es sich nicht lohnen für die drei Monate eine Vertretung einzustellen, da die Einarbeitung deutlich mehr Aufwand bedeuten würde. Wir sind sehr dankbar, dass wir zurück in Siem Reap sind wenn sie ausfällt.
Im Februar hatte der BOH-Projektleiter Jonathan Gespräche mit zwei potentiellen Organisationen, die BOH übernehmen könnten. Mit einer davon war er schon im August im Gespräch, doch anschließend war die Kommunikation schwierig, da, wie sich jetzt herausstellte, E-Mails im Spam-Ordner landeten. Wir sind gespannt, ob Dinge nun bald konkreter werden.
Der Jahresfinanzabschluss von BOH 2018 überraschte uns. Es gab im Dezember noch einige Extra-Spenden, sodass wir das Jahr mit einem Defizit von „nur“ rund 16.000 US$ abschließen konnten. Auch im Januar gingen bereits ein paar größere Spenden ein, was uns hoffnungsvoll in das Jahr 2019 blicken lässt.

Das derzeitige BOH-Team

Bei unserer kambodschanischen Kirche waren wir bisher einmal im Gottesdienst. Alle haben sich gefreut uns zu sehen und Mia kennenzulernen. 

Wenige Tage nach unserer Rückkehr aus Deutschland, konnte Danilo bei der Hochzeit des Assistenten des Projektleiters in seinem Heimatdorf, zweieinhalb Stunden entfernt von Siem Reap, dabei sein.

Danilo & der Bräutigam

Außerdem hat unsere deutsche Nachbarin ihren 70. Geburtstag groß gefeiert und unsere Vermieter luden uns am chinesischen Neujahr zum Essen ein. Es war also schon viel los, obwohl wir versucht haben, die Dinge langsam anzugehen.

Mit unserer Vermieterfamilie auf dem 70. Geburtstag unserer Nachbarin

Mittagessen zum chinesischen Neujahr

Hinzu kam, dass Zoe am 2. März ausgerutscht und mit dem Hinterkopf auf eine Stufe gefallen ist. Es hat stark geblutet und unser Vermieter und seine Frau fuhren uns mit dem Auto ins Krankenhaus. Dort wurde Zoe mit drei Stichen genäht. Die Krankenhaus-Erfahrung war wieder einmal nicht positiv und berührte wieder den wunden Punkt, der uns am schwersten fällt in Kambodscha – die medizinische Versorgung.

In den kommenden Wochen haben wir uns nun fest vorgenommen einen guten Alltag als Familie zu installieren. Darauf freuen wir uns. Außerdem stehen diesen Monat sowohl unsere Geburtstage an, an denen wir mit Freunden Zeit verbringen möchten, als auch die Hochzeit eines Paares, die sich in BOH kennengelernt haben. Sie heirateten am 8. März und wir freuen uns sehr mit ihnen. Sie hat früher mit uns die Jugendgruppe geleitet und er ist Lehrer bei uns.

Vielen Dank für all euer Anteil nehmen und eure Unterstützung!!!
Liebe Grüße,
Danilo, Hanna, Zoe & Mia

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