Mittwoch, 18. September 2024

Ein voller, schöner Sommer



In den letzten zwei Monaten ist viel passiert. Wir sind tausende Kilometer gereist und haben viele schöne Erinnerungen in unseren Herzen gesammelt.

Mitte Juli begannen die großen Schulferien von Zoe und Mia. Gleich am Samstagmorgen 4:30 Uhr fuhren wir los zum Physiotherapieeinsatz in den Nordosten Kambodschas. Auch unsere Teamkollegen Leanne und Alan, die derzeit noch in Phnom Penh wohnen, machten sich auf den Weg. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen. Leanne hat als Krankenschwester Blutdruck, Blutzucker und Säuregehalt des Blutes gemessen. Außerdem hat sie einige Gesundheitsworkshops gehalten. Alan hat währenddessen viele Fotos und Videos gemacht. Leanne und Alan haben die Zeit sehr genossen. Sie überlegen noch ob sie auch bei zukünftigen Physioeinsätzen mitkommen sollen. Unsere Mädels freuten sich immer mal wieder mit Alan und Leanne zu spielen, was für sie mehr Abwechslung brachte.
Ende diesen Jahres oder Anfang nächsten Jahres planen Leanne und Alan nach Siem Reap zu ziehen, um nach ihrem Heimataufenthalt im ersten Halbjahr 2025 hier bei PCL mitzuarbeiten. Sie werden auch weiterhin viel Zeit ins Erlernen der Khmer-Sprache investieren müssen, um sich noch besser mit den Einheimischen verständigen zu können.

Während des Physiotherapieeinsatzes hatten wir wieder viele besondere Begegnungen. Es hat so stark geregnet, dass es für Manche sehr schwierig war mit dem Moped auf der rutschigen Straße anzureisen. Trotzdem nahmen sie die bis zu zweistündige, beschwerliche Anfahrt auf sich, weil sie die Zeit mit Hanna schätzen. Andere kamen auch nicht, sodass die Patientenanzahl für Hanna gut zu bewältigen war und sie sich nicht überfordert fühlte. Im Nordosten Kambodschas wird Hanna immer bekannter und bekommt mehr und mehr Anfragen, was ermutigend ist, aber auch herausfordernd werden kann.
In der Kirche in einem Dorf hatte Hanna eine riesige Gruppe mit Menschen, die über Rückenschmerzen klagten. Es war unmöglich jeden einzeln zu behandeln. Deshalb machte sie kurzerhand eine Gruppenstunde daraus, wo sie allen die gleichen Übungen zeigte. Hanna war sehr ermutigt, als ihr ihre Kontaktperson dort am nächsten Tag schrieb, dass ein Mann gleich am Abend die Übungen noch einmal gemacht hatte und es ihm sehr geholfen hat.
Eine junge Frau mit Behinderung wollte von Hanna Übungen gezeigt bekommen. Während der Behandlung merkte Hanna, dass sie total entmutigt ist und keine Hoffnung für ihr Leben hat. Sie hat wahrscheinlich sehr oft gehört, dass sie wertlos ist. Das ist sehr typisch für die vom Buddhismus geprägte Kultur in Kambodscha. Viele Kambodschaner glauben, dass Behinderung ein Resultat von schlechtem Karma aus dem vorherigen Leben ist. Hanna erzählte der jungen Frau Lebensgeschichten von Kambodschanern, die deutlich schlimmer behindert sind als sie und trotzdem ein erfülltes Leben haben.
Darüber hinaus ermutigten uns noch viele andere tolle Begegnungen, sodass wir uns schon auf den nächsten Einsatz im Dezember freuen. Antonia, eine Schweizer Freundin aus Siem Reap die Krankenschwester ist, hat schon angefragt, ob sie dann mit ihrer kambodschanischen Freundin Lam mitkommen kann. Hanna und Antonia machen hier in und um Siem Reap immer wieder gemeinsam medizinische Einsätze zusammen.
 
 
Nach acht anstrengenden Tagen Unterwegs, kehrten wir müde nach Siem Reap zurück, packten aus und füllten die Koffer gleich wieder für unsere vierwöchige Reise nach Deutschland. Die Reisen an sich waren lange, sehr mühsam und Danilo wurde unterwegs krank, aber wir wurden durch eine schöne, entspannte und erholsame Zeit mit unseren Familien belohnt.
 
 
Nun zurück in Siem Reap fühlen wir uns etwas erschlagen von all der Arbeitsfülle. Danilo muss nun das PCL Budget für 2025 erstellen neben seinen normalen PCL-Aufgaben. Hanna hat viele physiotherapeutische Anfragen und sowohl Ausländer als auch Kambodschaner haben angefragt, ob Hanna sie in ihren Aufgaben begleiten könnte. Außerdem stehen extra-Aufgaben für die jährliche Konferenz unserer sendenden Organisation hier in Kambodscha vom 28. September bis 3. Oktober an und auch am Ehekurs sollten wir vorankommen.
 
Nichts desto trotz erfreuen wir uns hier auch an vielem und sind dankbar zurück zu sein. Danilo genießt seine wöchentlichen Treffen mit seinem kambodschanischen Freund, Hanna und Lena erfreuen sich an den wachsenden Beziehungen in der Elterngruppe und wir alle Fünf freuen uns darüber, unsere Freunde wieder regelmäßig zu sehen.
 
Gleich nach der Rückkehr aus Deutschland haben wir Mias Schulanfang gefeiert. Nun ist sie mit Feuereifer in der ersten Klasse dabei und bat darum, auch zu Hause endlich Deutschunterricht haben zu dürfen. Auch Zoe hat sich wieder gut in die Schule eingefunden und genießt jeden Tag.
 
 
 
Soviel erstmal wieder von uns! Wie geht es euch? Hattet ihr ebenfalls erholsame Urlaubszeiten im Sommer? In welche Ecken hat es euch verschlagen? Wie immer freuen wir uns sehr auch von euch zu hören!
 
Wir grüßen euch ganz herzlich aus der Ferne,
Hanna & Danilo, mit Zoe, Mia & Lena

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