Freitag, 19. März 2021

Prozess des Abschieds

 

Die Zeit vergeht und wir sind schon mitten in der Übergabe all unserer Aufgaben in Bridge of Hope (BOH). JungMi, die die Finanzverwaltung von Danilo übernimmt, findet gut in ihrer Aufgabe hinein. Sie spricht kein Englisch und so musste die Übergabe in Khmer passieren und das obwohl sie noch deutlich weniger Khmer kann als Danilo. Doch sie hat in der Vergangenheit bereits im Bereich Finanzen gearbeitet, hat somit ein Grundverständnis für Buchhaltung etc. und versteht deshalb die Abläufe und Aufgaben schnell.
Wir freuen uns sehr darüber, wie das koreanische Team zusammen mit dem neuen kambodschanischen Leitungsteam das Projekt weiterentwickelt. Es ist toll, dass die Schule nun schon wieder zwei Monate öffnen konnte und in allem wieder mehr Routine entsteht.
Jun, der BOH-Leiter, wird unsere Aufgaben im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Kontakte zu Unterstützern übernehmen. Auch da konnten wir schon einiges übergeben.
 
Wir hoffen, dass die Registrierung von BOH als eigenständiges kambodschanisches Hilfswerk bald abgeschlossen ist. Solche Prozesse können in Kambodscha sehr lange dauern, doch wir beten um das Wunder, dass es bis Ende März erledigt ist, sodass damit zusammenhängende Änderungen im Bereich Buchhaltung und Administration noch gut von Danilo initiiert und übergeben werden können.
 
Da wir uns entschieden haben Ende März nicht nach Deutschland zu gehen (mehr zu den Gründen weiter unten), planen wir die Monate April, Mai und Juni als Übergangszeit. Unser Vertrag mit BOH läuft ja noch bis Ende Juni und es gibt noch einige Aufgaben, die wir in dieser Zeit von zu Hause aus für BOH erledigen werden. Wir werden also nicht mehr regelmäßig ins BOH-Büro gehen, sondern nur noch, wenn wir gebraucht werden, wenn es Fragen oder Probleme gibt, oder wenn wir Dinge dort erledigen müssen.
Wir planen Ende März alle BOH-Mitarbeiter zum Curry-Essen zu uns einzuladen und Ende Juni wird dann die offizielle Verabschiedung sein.

Besuch des Babys einer BOH-Mitarbeiterin

Krankenbesuch

Mit den (hoffentlich) weniger werdenden Arbeitsstunden für BOH in den kommenden Monaten, wünschen wir uns, unsere sieben Jahre in BOH gut reflektieren und abschließen zu können und sind gerade noch auf der Suche nach jemandem, der uns darin online unterstützen kann. Außerdem wollen wir die Zeit nutzen, um uns fortzubilden.

Wir haben auch schon einige Träume, wenn wir an unsere Zeit nach BOH denken! Hanna möchte sich gerne mehr im physiotherapeutischen Bereich einsetzten. Danilo würde weiterhin sein Know-how im Bereich Finanzen und Administration zur Verfügung stellen und wenn möglich, darüber die Visa für uns als Familie erhalten. Das Thema Ehevorbereitung liegt uns seit langer Zeit auf dem Herzen. Oft heiraten hier Menschen, ohne sich (gut) zu kennen und sind nicht gut vorbereitet auf das Leben als Ehepaar. Das bringt häufig viele Spannungen und Leid in Ehen und Familien.
 
Obwohl wir nicht kommuniziert haben, dass wir auf „Stellensuche“ sind, haben wir schon welche angeboten bekommen. Ein guter Freund, der hier Landesleiter einer internationalen Hilfsorganisation ist, fragte Danilo, ob er sich vorstellen kann, sich bei ihnen im Bereich Finanzen und Administration einzubringen. Darüber könnten wir als Familie ein Visum erhalten. Auch Hanna wurde angefragt, ob sie sich als Physiotherapeutin in einer anderen Hilfsorganisation einbringen könnte. Außerdem wurden wir eingeladen an einer Art Hochschule über Ehe und Ehevorbereitung zu lehren. Hanna und Marijke, die niederländische Ergotherapeutin, würden gerne weiterhin regelmäßig in die Provinzen reisen, um dort Therapie für Menschen mit Behinderung anzubieten.
Ihr seht, es gibt viele Möglichkeiten. Bis jetzt hatten wir aber noch keinen freien Kopf, betend zu entscheiden, was für uns dran ist. Das werden wir hoffentlich im April tun können. Eventuell können wir euch im nächsten Blog im Mai genaueres berichten, wie es bei uns ab Juli weitergehen wird.
Wir freuen uns sehr auf die kommende Zwischenzeit. Wir hatten in den letzten Jahren sehr wenig Zeit, um uns fortzubilden. Nun wollen wir die Zeit auch gern dafür nutzen.
 
Wie bereits angedeutet, haben wir schweren Herzens entschieden, dieses Jahr nicht in den Heimataufenthalt nach Deutschland zu gehen. Die Gründe sind folgende: Bei der Rückkehr nach Kambodscha müssten wir zwei Wochen in Hotelquarantäne gehen, die für uns um die 4000€ kosten würde. Wir stellen es uns außerdem sehr stressig vor, mit unseren zwei kleinen Kindern für zwei Wochen das Hotelzimmer nicht verlassen zu dürfen und wir würden ihnen gern die (mindestens) drei Corona-Tests ersparen, die sie machen müssten. Es sieht so aus, wie wenn die Quarantänepflicht in Kambodscha dieses Jahr nicht aufgehoben wird. Falls sie wider Erwarten doch aufgehoben wird, wäre ein Heimataufenthalt dann trotzdem nicht mehr denkbar, da wir Mitte Juli ein neues Visum brauchen. Es ist sehr unsicher, ob wir dieses bei der kambodschanischen Botschaft in Deutschland bekommen würden und deutlich einfacher, es hier in Kambodscha zu verlängern. Auch kommt Zoe im August in die Vorschule (was hier von den Inhalten her gleichbedeutend ist mit der ersten Klasse in Deutschland und damit ein wichtiges Jahr für sie ist) und es wäre schwierig das Land für einige Monate zu verlassen, wenn wir gerade in neue Aufgaben starten.
Falls die Quarantäneregelung aufgehoben wird, würden wir darüber nachdenken über Weihnachten und Neujahr für einen Urlaub nach Deutschland zu gehen und dann nächstes Jahr in den Heimataufenthalt.
Im Gegensatz zu den Bedingungen in Deutschland, haben wir hier ja viele Freiheiten, wobei es derzeit gerade wieder strikter wird und in einzelnen Provinzen die Schulen bereits geschlossen sind. Nachdem Kambodscha offiziell so gut wie „Corona-frei“ galt, haben Mitte Februar vier Chinesen die Wächter ihres Quarantänehotels bestochen, um in Phnom Penh feiern zu gehen. Am Ende ihrer zweiwöchigen „Quarantäne“ wurden sie dann positiv auf Covid-19 getestet und davon ausgehend gibt es nun wieder steigende Fallzahlen. Aber hier in Siem Reap geht gerade (noch) alles seinen gewohnten Lauf.

Wie geht es euch? Was bewegt euch? Sind noch Fragen offen geblieben bei dem was wir geschrieben haben? Meldet euch gerne! Wir freuen uns immer auch von euch zu hören!
 
Alles Liebe,
Danilo, Hanna, Zoe & Mia
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen