Freitag, 13. November 2020

Veränderungen...


in Rattanakiri
 
...manchmal heißen wir sie willkommen, manchmal fürchten wir uns vor ihnen und oft ist beides auf einmal der Fall. Letzteres trifft gerade auf uns zu.
 
In den vergangenen Wochen und Monaten haben uns viele Fragen umgetrieben, denen wir uns stellen mussten und mit denen wir in diesen besonderen Zeiten gerungen haben… Wann dürfen die Kindergärten und Schulen wieder öffnen? Kann der Kindergarten Zoe aufnehmen? Wollen wir uns nach einem neuen Heim umschauen? Wann macht es Sinn im kommenden Jahr nach Deutschland zu gehen? Sollen wir ab Mitte nächsten Jahres weiterhin bei Bridge of Hope (BOH) mitarbeiten oder ist etwas Neues für uns dran?
 Alle Fragen waren miteinander verknüpft und deshalb fiel es uns schwer Entscheidungen zu treffen. So legten wir Anfang Oktober zwei Gebetstage ein. Nach den zwei Tagen hatten sich Gedanken geordnet und wir sahen in Einheit gemeinsam einen Weg nach vorn…
 
Wir sind dankbar, dass wir Ende Oktober die Erlaubnis vom kambodschanischen Bildungsministerium erhalten haben und Zoe seit Anfang November in den Kindergarten gehen kann. Sie hat lange darauf warten müssen und freut sich nun drei Tage in der Woche ihre Freundinnen sehen zu können. Es bedeutet allerdings auch mehr Fahraufwand für uns (15 min. pro Strecke).
 
Zoes erster Kindergartentag

 
 
Außerdem haben wir uns dafür entschieden umzuziehen. Da der internationale Tourismus zusammen gebrochen ist und viele Ausländer in ihr Land zurückgegangen sind, gibt es derzeit in Siem Reap viele Wohnungen und Häuser günstig zu vermieten. Wir würden gerne im und ums Haus herum etwas mehr Platz haben. Anfang Dezember wäre für uns der beste Zeitpunkt zum Umziehen. Wir sind sehr gespannt, ob wir bis dahin das Richtige finden.
 
Bei unseren derzeitigen Vermietern zum spielen
 
Es ist ja derzeit kaum möglich, etwas langfristig zu planen und trotzdem haben wir nun auch einen Termin für einen Aufenthalt in Deutschland im kommenden Jahr ins Auge gefasst: Wir würden gern von Ende März bis Ende Juli 2021 in Deutschland sein.

Die jedoch mit Abstand am schwierigsten zu beantwortende Frage war die, wie es bei uns ab Mitte nächsten Jahres weitergehen soll, wenn unsere Vereinbarung mit BOH ausläuft – bei BOH bleiben oder ist etwas Neues für uns dran? Und wenn etwas Neues, wo und was könnte das sein? Weiterhin in Siem Reap, anderswo in Kambodscha, zurück in Deutschland oder nochmal ganz woanders?
Wir haben uns nach intensivem Gebet und reiflicher Überlegung entschieden, unseren Vertrag mit BOH Mitte nächsten Jahres nicht zu verlängern und somit nach unserem Deutschlandaufenthalt nicht bei BOH weiterzuarbeiten. Diese Entscheidung haben wir getroffen nach den bereits erwähnten Gebetstagen Anfang Oktober. Sie ist uns sehr schwer gefallen, wir werden sicher noch intensiv trauern und Zweifel werden sich hier und da breit machen. Und trotzdem sind wir uns sicher, dass dies der nächste Schritt ist. Wenn ihr gerne noch mehr zu diesem Thema wissen möchtet, dürft ihr uns gerne persönlich fragen.
 
Nun gab es in den vergangenen Wochen auch neue Entwicklungen bei BOH: Die BOH-Leitung hat beschlossen BOH als eigenständige, einheimische Hilfsorganisation zu registrieren und sich vom jetzigen Träger zu trennen. Das hat vielschichtige Gründe und auch zu diesem Thema können wir euch gerne persönlich noch mehr informieren, falls es euch interessiert.
 
Gemeinsames Mittagessen des BOH-Teams
 
So haben wir beschlossen bis zu unserem Aufenthalt in Deutschland, in BOH zu bleiben, BOH wenn nötig auch von Deutschland aus zu unterstützen, da unser Vertrag bis Ende Juni 2021 geht und uns nach unserer Rückkehr neu zu orientieren. Wir sind sehr gespannt, welche Möglichkeiten sich uns hier in Siem Reap eröffnen werden, um ein neues Visum zu bekommen. Es gibt ein paar Ideen, was wir gern machen würden, aber noch nichts Konkretes.
 
Wir sind sehr wehmütig, denn im Januar 2021 werden es bereits sieben Jahre, in denen wir mit BOH und seinem Team unterwegs sind.
 
Besuch des neugeborenen Babys von BOH's leitender Lehrerin
 
Jun und Sohee, die BOH-Leiter, schätzen wir auch sehr für ihre Weisheit, Liebe zu Menschen und wie sie aus der Beziehung zu Gott heraus arbeiten und Entscheidungen treffen. Wir sind tief beeindruckt wie viel sie schaffen können und dass große Herausforderungen sie nicht beängstigen. Wir freuen uns sehr zu sehen, mit wie viel Liebe und großem Einsatz unsere Kollegen sich um BOH und seine Familien kümmern und wollen, wenn möglich, auch in Zukunft gerne weiterhin mit ihnen verbunden bleiben.
 
Bei all den Dingen, die in der Zukunft anstehen wollen wir natürlich nicht vergessen, euch noch kurz von den tollen Sachen zu berichten, die in den letzten zwei Monaten passiert sind:
Wir hatten eine sehr gute Konferenz unserer sendenden Organisation. Als wir in der Vorbereitung unseren Jahresbericht schrieben, staunten wir was im letzten Jahr alles tolles passiert ist und wie gut sich Dinge entwickelt haben – ein Grund zum Feiern!
 
Unsere Präsentation während der Konferenz

In der Woche nach der Konferenz, brachen wir als Familie gemeinsam in den Nordosten Kambodschas auf. Gemeinsam mit Marijke, einer niederländischen Ergotherapeutin, behandelte Hanna dort Menschen mit Behinderungen, die verschiedenen Volksgruppen angehören. Sie wohnen neun Stunden von guter medizinischer Versorgung entfernt. Die Ausländer, die dort leben und arbeiten, sind oft mit den medizinischen Herausforderungen überfordert und fühlten sich sehr von Hannas und Marijkes Therapien ermutigt. Marijke und Hanna träumen schon lange von solchen Möglichkeiten. Dass es nun so ein erfolgreicher Einsatz wurde, ist sehr ermutigend für sie. Auch Zoe, Mia und Danilo hatten eine schöne Zeit. Nun planen wir Anfang Januar noch einmal hin zu reisen. Die Krönung war, dass wir ganz „zufällig“ eine Familie mit einem schlimm behinderten Mädchen in Zoes Alter trafen und ihnen helfen konnten, einen speziellen Rollstuhl für ihr Kind zu bekommen. Wir hoffen auch sie im Januar wieder treffen zu können.
 
Physiotherapie in den Dörfern Rattanakiris
 
Es gäbe noch mehr zu berichten, aber wir wollen hier erst einmal einen Punkt setzen.

Feier von Mias 2. Geburtstag mit Vermietern und Nachbarn

Feier von Mias 2. Geburtstag mit Freunden

Schreibt uns gerne auch, was euch derzeit bewegt! Wir freuen uns, von euch zu hören!
Liebe Grüße,
Hanna, Danilo, Zoe & Mia

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen