Samstag, 11. Juli 2015

Ordung schaffen, vor dem nächsten Abschnitt!



Das ist gerade ein Motto, das unser Leben in vielen Bereichen betrifft. Wir ordnen unsere Aufgaben, schreiben Prozesse nieder und übergeben sie. Das ist sehr hilfreich. Wir haben Zeit zu reflektieren, Dinge zu verbessern, bei betroffenen KollegInnen noch einmal nachzufragen und sie dann geordnet zu übergeben. Es hilft uns Dinge loszulassen und dann bei unserer Rückkehr nächstes Jahr gut entscheiden zu können, welche Aufgaben wir wieder übernehmen und welche andere machen können. Die meisten Dinge im Bridge of Hope (BOH)-Büro übergeben wir an Matthew & Allysha, unser kanadischen Kollegen.

Die JugendmitarbeiterInnen sind motiviert, die Jugendarbeit weiterzuführen, wenn wir nicht da sind. Wir sind stolz auf sie, auch wenn wir wissen, dass es herausfordernd werden wird. Gerade machen wir nach der Jugendgruppe immer eine kurze Schulung für sie.

Ein Teil der Jugendgruppe

Seit ca. einem Monat ist die Zahl der Jugendlichen wieder deutlich angestiegen. Nun kommen auch Jugendliche vom Stadtteil zur Jugendgruppe, die vorher mit den Jungs Fußball spielen.
Die größten Herausforderungen für unsere Jugendlichen sind böse und gewalttätige LehrerInnen, der Drang Geld und viel Zeit in Cafés mit Computerspielen zu stecken, sexueller Missbrauch und zu viel Verantwortung zu Hause.

Hanna übergibt nun auch die Organisation des Netzwerktreffens für Organisationen, die mit Menschen mit Behinderung arbeiten, an eine kambodschanische Physiotherapeutin, die schon seit Beginn regelmäßig zu den Treffen kommt. Mittlerweile treffen sich zehn Organisationen mit ca. 15-20 Personen monatlich. Nur eine Organisation kam trotz vieler Einladungen noch nicht. Die meisten TeilnehmerInnen sind KambodschanerInnen, weshalb beim Treffen hauptsächlich Khmer gesprochen wird.

Fortbildung im Rahmen des Netzwerktreffens

Im Juli wird Hanna die vorerst letzte Schulung für Physiotherapeutinnen halten. Sie hat die Zeit mit ihnen und in den Dörfern sehr genossen. Hanna will sie zum Abschluss zum Essen einladen und ihnen eine Fortbildungsbescheinigung übergeben.
Offen bleibt auch noch die Frage, wie es für Hanna im Bereich Physiotherapie nach unserem Heimataufenthalt weitergehen wird.

Unsere Zeit in Singapur im Mai war sehr ermutigend. Wir hatten einen guten Mix aus Treffen mit Bridge of Hope-UnterstützerInnen, Vorträgen über Kambodscha und Erholung.

Unterwegs in der Metropole Singapur

Vortrag für Bridge of Hope-UnterstützerInnen
 
In den nächsten Monaten haben wir noch Sprachprüfung am 20. Juli und Kambodscha-Konferenz unserer Organisation im August, wo wir voraussichtlich als volle MitarbeiterInnen angenommen werden.

Auch für den Heimataufenthalt sind noch einige Dinge zu organisieren, aber vieles ist auch schon erledigt. Darüber freuen wir uns, denn das macht uns frei hier alles gut abzuschließen, unsere Wohnung geordnet zu hinterlassen und uns angemessen zu verabschieden.

Nun sind wir schon 2,5 Jahre in Kambodscha und doch wundern wir uns immer noch über so manches: Unser Nachbar hat den Vermieter gebeten, das Bett aus seinem Zimmer zu räumen, um einen riesigen Tisch hineinstellen zu können, denn er hat nun regelmäßige Treffen mit seinem Team. Auf unsere Frage, wo er denn nun schläft, sagte er, er lege etwas Stoff auf den Tisch und schläft dann auf dem Tisch.
Außerdem fuhr Hanna letztens hinter einem Auto her, welches von der Polizei angehalten wurde, um Geld zu kassieren. Nachdem sie gezahlt hatten, fuhren sie ca. 20m weiter, die Tür ging auf, der Beifahrer warf zwei Wasserflaschen nach den Polizisten, stieg wieder ein und sie fuhren weiter. Die Polizisten taten gar nichts und Hanna war dankbar, dass sie auf dem Moped nicht von den Flaschen getroffen wurde.

Ja, wir lernen immer noch und denken, dass das wohl immer so weitergehen wird. :)
Danilo ist diesen Monat das erste Mal in seinem Leben ein 250cc-Cross-Motorrad gefahren.


Auch Hanna hat ein neues Gefährt ausprobiert. Welches, seht ihr ganz am Ende des Films über das Leben auf dem Land, den Danilo für seine Sprachklasse aufgenommen hat:


Wir freuen uns darauf, euch bald wieder zu sehen und würden uns freuen, von euch vorher noch zu hören!
Liebe Grüße,
Danilo & Hanna

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