Dienstag, 8. Mai 2012

Berichten...


...möchte ich, Hanna, euch heute von meiner Zeit in Leeds:
In den drei Wochen haben wir sooo viel erlebt. Die Zeit verging unglaublich schnell. Wir waren in Aktion im Gefängnis, in U-Haft-Zellen bei der Polizei, in einer Essenausgabe für Obdachlose, in zwei neu gegründeten Kirchen, in einem Kids- und einem Jugendclub, in einem Stadtteil mit Menschen aus allen Ländern und Religionen, auf der Hauptshoppingstraße und in einem christlichen Buchladen. Ich hatte die Möglichkeit mit den unterschiedlichsten Menschen Zeit zu verbringen, ihnen zuzuhören und über meine Beziehung zu Gott zu reden: vom Businessmann bis zum Obdachlosen, vom Kind bis zum Greisen.
Am offensten für Gespräche waren die Männer im Gefängnis. Sie haben schon so viel Schlechtes in ihrem Leben erlebt und auch selbst getan, dass ihnen bewusst ist, dass sie von sich aus nicht zu Gott kommen können und die Vergebung von Jesus brauchen. Wir haben dort einen total depressiven Mann getroffen, der von dem einzigen Menschen, dem er in seinem Leben vertraute, ausgenutzt wurde und wahrscheinlich unschuldig im Gefängnis sitzt. Als wir dort waren hat er sich das erste Mal geöffnet - die Wärter und auch die Gefängisseelsorgerin waren total erstaunt, weil er noch nie mehr als drei Worte gesprochen hat. Wir haben für ihn gebetet, für Gerechtigkeit und gegen seine Depression. Seitdem ging es ihm viel besser. Er hat auch angefangen jeden Tag in seiner Bibel zu lesen und zu beten. Nach ein paar Tagen hat er einen Brief bekommen, dass seine Schuld nicht bewiesen werden kann und er wahrscheinlich bald frei kommt.
In einer Kirche bei der Essensausgabe für Obdachlose, habe ich ein junges Paar kennen gelernt. Sie haben interessiert zugehört, als ich ihnen von meinem Glauben erzählte und Christian kam sonntags sogar mit zum Gottesdienst.
Ein anderer Mann dort sagte, er glaube nicht an Gott, doch hörte er mir bereitwillig zu, als ich von meiner Beziehung zu Gott erzählte, betete am Ende mit mir, nahm eine Bibel und versprach sie zu lesen.
 
Predigen im Café für Obdachlose

In der U-Haft-Zelle trafen wir Menschen, die am Wochenende festgenommen wurden und auf ihren Gerichtstermin am Montag warteten. Eine Frau mit blauem Auge kannte Scott vom Leeds-Team und seine Lebensgeschichte bereits und war an dem Morgen bereit ein Leben mit Gott zu beginnen. Die Wärterin, die uns zu den Festgenommenen führte und unsere Gespräche hörte, fragte am Ende nach einem christlichen Flyer und wir beteten für ihre Rückenschmerzen. Danach waren sie weg.

Ich merkte wieder einmal, dass mein Herz mehr für Sozial-Benachteiligte und Außenseiter schlägt, denn auf der Shoppingmeile zu stehen, Musik zu machen und mit Leuten ins Gespräch zu kommen, war einerseits das erste Mal für mich und andererseits fühlte ich mich eher als ein Dorn im Augen von Menschen. Doch nichts desto trotz hatten wir auch dort gute Gespräche. Menschen aus vielen verschiedenen Ländern und Religionen kamen zu unserem Tisch, um sich christliche Literatur mitzunehmen. Es war so gut zu wissen und sagen zu können, dass wir keine Religion oder Kirche verkaufen, sondern einfach von unserer Beziehung zu Gott erzählen und anderen berichten wollen, wie auch sie eine Beziehung zu Ihm starten können.

Gottesdienst auf der Straße

Wir haben uns als Teammitglieder sehr geschätzt und genial ergänzt. Auch zu dem Team in Leeds sind sehr gute Beziehungen entstanden. Wir haben viel von einander profitiert.
Zweimal habe ich auf die drei Mädels der Schweizer Familie aufgepasst und mit ihnen Schule gemacht. Abends haben wir als Team oft gekocht, manchmal gespielt und wir hatten auch Zeit, um einzukaufen und Sehenswürdigkeiten in und um Leeds anzuschauen.
Eine große Überraschung war Danilos Besuch, von dem ich nichts wusste. Wir hatten ein total schönes Wochenende miteinander.

Sightseeing mit Danilo

Während Hanna in England war, hatte auch Danilo eine gute Zeit in Deutschland und Holland. Über Ostern war er in der sächsischen Heimat und genoss die Zeit mit Familie und Freunden.
An seiner Arbeitsstelle wird es ziemlich stressig im Mai, da zwei erfahrene Kollegen Ende April aufgehört haben und nun zwei Neue kamen, die sich erst zurechtfinden und eingearbeitet werden müssen.

Bevor Hanna nach England aufbrach hatten wir noch drei liebe Leute zu Besuch. Hannas Papa kam mit seinem LKW in unserem Dörfchen vorbei und auch Matze und Sarah machten Zwischenstopp bei uns auf ihrem Weg in den Urlaub.
Genial, dass ihr euch die Zeit genommen habt, wir euch begrüßen und die Momente mit euch genießen konnten!!!

Besuch von Hannas Papa


Sarah & Matze zu Besuch

Nachdem Hanna zurück kam, fuhren wir für zwei Tage auf Niederlande-Entdeckungstour. Von Cornerstone aus Richtung Nord-Westen durch Leiden, die Tulpenfelder und Haarlem, dann weiter in den Norden durch Alkmaar bis nach Den Helder und weiter Richtung Osten über den großen „Abschlussdeich“, der die Nordsee vom Ijsselmeer trennt. Und wieder Richtung Süden über Sneek und durch noch mehr Tulpenfelder zurück nach Beugen.

Tulpenfelder

Wie waren euer Osterfest und der Rest des Aprils?
Wir freuen uns von euch zu hören!
Liebe Grüße,
Hanna & Danilo

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